Schulterprothese | Schulterchirurg Gelenksersatz

Orthopädie 1010 | Schulterprothese | Endoprothetik

 

Die Implantation einer Schultergelenkssendoprothese, auch als Schulterprothesenoperation bezeichnet, ist ein häufig durchgeführter orthopädischer Eingriff, der bei fortgeschrittener Schultergelenksarthrose oder anderen degenerativen Gelenkerkrankungen eingesetzt wird. Dabei wird das erkrankte Schultergelenk durch eine künstliche Prothese ersetzt, um Schmerzen zu lindern, die Funktion des Gelenks wiederherzustellen und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

 

1. Gründe für eine Schulterprothesen implantation

 

 Omarthrose

 


 

Rheumatoide Arthritis

 


 

Posttraumatische Arthrose

 


 

Humeruskopfnekrose (avaskuläre Nekrose)

 


 

Rotatorenmanschetten-Defektarthropathie

 


 

Komplexe Schulterfrakturen

 


 

Tumoren

 

2. Welche Arten von Schulterprothesen gibt es

anatomische Schulterprothese von dr. timmel von ortho-timmel.at

 Anatomische Schulterprothese

 Was ist das?

Diese Prothese bildet die natürliche Anatomie des Schultergelenks nach:

 Wann wird sie verwendet?

inverse schulterprothese von dr. timmel von ortho-timmel.at

Inverse (umgekehrte) Schulterprothese

 Was ist das?

Hier wird die Anatomie umgedreht:

Das hat aber einen Grund:
Dadurch kann der Deltamuskel die Funktion der zerstörten Rotatorenmanschette übernehmen.

 Wann wird sie verwendet?

schaftfreier humeruskopfersatz von dr.timmel von ortho-timmel.at

Weitere Varianten

Als Varianten beide den anatomischen Schulterendoprothesen zuzurechnen.

Entscheidungskriterien für den Typ der Prothese:

Kriterium Relevanz
Zustand der Rotatorenmanschette und des Glenoids  entscheidend
Knochenqualität z. B. bei Osteoporose
Alter & Aktivitätsniveau Ältere Patienten → oft inverse Prothese
Grunderkrankung z. B. Rheuma, Arthrose, Nekrose
Voroperationen z. B. gescheiterte Rekonstruktion oder Vorprothese

3. Wie ist das Operations
verfahren

 

Vorbereitung der Operation

Der Patient wird in Rückenlage oder Halbsitz (Beach-Chair-Position) gelagert.

Es erfolgt die Anästhesie: meist eine Vollnarkose, kombiniert mit einem Plexusblock (Schmerzbetäubung des Arms).

Hautdesinfektion und steriles Abdecken.

 

Zugangsweg zum Schultergelenk

Der häufigste Zugang ist der:

Verläuft zwischen dem Deltamuskel (seitlich) und dem großen Brustmuskel (pectoralis major, vorn).

Die Cephalica-Vene, die dazwischen liegt, wird vorsichtig dargestellt und geschont oder verlagert.

Der Zugang ist muskelschonend – Sehnen und Muskeln werden nicht durchtrennt, sondern zur Seite gehalten.

Superiorer Zugang (über das Acromion, mehr bei Revisionen).

Transdeltoidaler Zugang bei speziellen Fällen (z. B. Frakturen, Tumoren).

Eröffnung des Schultergelenks

Die Subscapularissehne (Teil der Rotatorenmanschette, vorne) wird meist abgelöst oder gespalten, um den Zugang zum Gelenk zu ermöglichen.

Der Humeruskopf wird dargestellt, ausgekugelt und entfernt.

Knochenbearbeitung & Implantation

Die Gelenkpfanne (Glenoid) wird ggf. aufgefräst und mit einer künstlichen Pfanne versehen (bei Totalprothesen).

Der Humeruskanal wird aufbereitet (gefräst), um Platz für den Prothesenschaft zu schaffen.

Die Prothese (z. B. anatomisch oder invers) wird angepasst und eingebracht – entweder zementfrei (Press-fit) oder mit Knochenzement.

Fixierung & Wiederherstellung

Die Rotatorenmanschette bzw. der Subscapularismuskel wird wieder angenäht.

Gelenk wird auf Beweglichkeit und Stabilität geprüft.

Wunde wird schichtweise verschlossen.

Ein Drainageschlauch wird manchmal eingelegt, um Wundflüssigkeit abzuleiten.

Dauer der Operation

Im Schnitt ca. 1,5 bis 2 Stunden, je nach Prothesenart und Befund.

Postoperativ

Arm wird in einer Schlinge ruhiggestellt (Dauer je nach Prothesenart).

4. Rehabilitation und Nachbehandlung

 

Nach der Operation folgt eine gezielte Rehabilitationsphase. Diese ist entscheidend für den langfristigen Erfolg der Schulterprothesenimplantation und die Wiederherstellung der Funktionalität des Gelenks.

Frühmobilisation: Bereits wenige Stunden nach der Operation beginnen Patienten mit Hilfe von Physiotherapeuten, die Schulter zu bewegen, um die Flexibilität zu fördern und Komplikationen wie Thrombosen zu vermeiden. In den ersten Tagen wird mit Pendelbewegungen, Beugen und Strecken des Ellenbogens begonnen.

Physiotherapie: Eine gezielte Physiotherapie ist notwendig, um die Muskulatur rund um die  Schulter zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und die Belastung des Gelenks zu optimieren. Regelmäßige Übungen helfen, die Schulter nach der Operation wieder normal zu bewegen.

Schmerzkontrolle: Schmerzmedikamente werden in den ersten Tagen nach der Operation verabreicht, um die Erholung zu unterstützen und den Patienten so schmerzfrei wie möglich zu halten.

 

 






FAQ

Warum habe ich Arthrose?

Arthrose ist eine häufige Erkrankung der Gelenke, die vor allem im Alter auftritt, aber auch jüngere Menschen betreffen kann. Sie entsteht, wenn der Knorpel, der die Gelenke schützt, sich mit der Zeit abnutzt oder beschädigt wird. Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko für Arthrose erhöhen können, darunter:

  1. Alter: Mit zunehmendem Alter verschleißt der Gelenkknorpel allmählich, was zu Arthrose führen kann.
  2. Genetik: Eine familiäre Veranlagung kann das Risiko erhöhen, Arthrose zu entwickeln.
  3. Übergewicht: Übergewicht belastet die Gelenke, insbesondere die Hüft- und Kniegelenke, und kann den Knorpelabbau beschleunigen.
  4. Verletzungen: Frühere Verletzungen, wie Bänderrisse oder Brüche, können zu langfristigen Schäden an den Gelenken führen und das Risiko für Arthrose erhöhen.
  5. Überbeanspruchung: Wiederholte oder starke Belastung der Gelenke durch Sport oder Beruf (z. B. bei häufigem Heben) kann zu Arthrose beitragen.
  6. Fehlstellungen: Gelenkfehlstellungen oder ungleiche Belastung durch z. B. Fehlhaltungen oder angeborene Fehlbildungen können das Risiko erhöhen.
  7. Entzündungen: Entzündungen, wie sie bei bestimmten Erkrankungen auftreten können, erhöhen das Risiko für Arthrose.

Arthrose entwickelt sich oft schleichend und ist mit Schmerzen, Steifheit und eingeschränkter Beweglichkeit verbunden. Ein Arzt kann durch Untersuchung und bildgebende Verfahren (z. B. Röntgen) die genaue Ursache feststellen und passende Behandlungsmöglichkeiten anbieten.

Hast du schon eine Diagnose oder bist du gerade auf der Suche nach mehr Informationen zu deinen Symptomen?

Wie verläuft Arthrose im Schultergelenk?

Bei Arthrose wird die Knorpelschicht im Schultergelenk dünner und rau. Knochen reiben mehr aneinander → Schmerz, Steife, Reibegeräusche („Knirschen/Klicken“). Das kann langsam über Jahre schlechter werden, oft mit Schüben (guten und schlechten Phasen).

Typischer Verlauf 

Tempo: sehr unterschiedlich – von langsam über viele Jahre bis schneller bei zusätzlichen Schäden (z. B. große Rotatorenmanschettenrisse). Genau vorhersagen lässt es sich nicht.

Wie lange dauert die Rehabilitation nach einer Schulterprothesenimplantation?

Kurzantwort

 

Die Phasen im Überblick

Wie lange hält eine Schulterprothese?

 

Wovon hängt die Haltbarkeit ab?

seltene Komplikationen bei Schulter TEP

Häufigere Komplikationen (wenn auch selten):

Komplikation Beschreibung
Infektion Früh oder spät; schlimmstenfalls muss Prothese entfernt werden.
Luxation (Ausrenkung) Besonders bei inverser Prothese möglich.
Lockerung der Prothese Kann über Jahre auftreten – evtl. Revisions-OP nötig.
Nervenschädigung Meist vorübergehend (z. B. N. axillaris).
Blutergüsse / Hämatome Normal in den ersten Tagen, meist harmlos.
Verklebung / Bewegungseinschränkung

Bei unzureichender Nachbehandlung (z. B. „frozen shoulder“).

äußerst seltene Komplikationen bei Schulter TEP

Außerst seltene Komplikationen: