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Das operative Verfahren der subakromialen Dekompression (SAD) dient dazu, den Raum zwischen dem Akromion (Schulterdach) und der Rotatorenmanschette zu erweitern, um eine mechanische Einklemmung (Impingement) zu beseitigen, Schmerzen zu reduzieren und die freie Beweglichkeit wieder herzustellen.
Chronisches subakromiales Impingementsyndrom, das auf konservative Therapie (Physiotherapie, Injektionen, Medikamente) über 3–6 Monate nicht anspricht.
Teilrupturen oder Reizungen der Rotatorenmanschette ohne komplette Ruptur.
Versagen konservativer Therapie (z. B. Physiotherapie, Injektionen)
Vergrößerung des subakromialen Raumes,
Entfernung entzündlicher und fibrotischer Strukturen,
Druckentlastung der Rotatorenmanschette und Bursa subacromialis (Schleimbeutel),
Wiederherstellung der freien Gleitbewegung zwischen Sehnen und Schulterdach.
In Beach-chair-Position (Halbsitzend) oder Seitenlagerung.
Arm in leichter Abduktion und Innenrotation fixiert.
Allgemeinanästhesie, häufig kombiniert mit interSkalenusblock (regionale Anästhesie)zur Schmerzreduktion postoperativ.
und sterile Abdeckung des Operationsfeldes
Einführung der Arthroskopkamera über den hinteren (posterioren) Zugang). Anlage eines weiteren seitlichen (lateralen) Portales.
Inspektion des Glenohumeralgelenks und des Subakromialraums, des Schleimbeutel und der Rotatorenmanschette
| Operative Subakromiale Dekompression | Konservative Therapie bevorzugt |
|---|---|
Beschwerden persistierend trotz adäquater konservativer Therapie (typisch ≥3–6 Monate), und klarer mechanischer Befund. | Beschwerden < 3–6 Monate oder schwankender Verlauf → erst strukturierte konservative Therapie. |
| In Kombination z.B. mit Pathologie der Rotatorenmanschette | Isolierte SAD nur in gut ausgewählten Fällen; häufig eher OP der Ursache (z. B. Rotatorenmanschettenrekonstruktion |
| Deutlicher Funktionsverlust (Arbeit/Schlaf/Alltag) trotz konservativer Therapie – und plausibler operativer Zielbefund. | Erträgliche Einschränkung, Alltagsfunktion bleibt erhalten, Verbesserungstendenz. |
| Ausschöpfung konservativer Therapie dokumentiert ohne ausreichende Funktions- und Schmerzverbesserung. | Noch nicht ausgeschöpft: gezieltes Übungsprogramm (Rotatorenmanschette/Scapula), Belastungssteuerung, NSAR/Schmerztabletten, ggf. subakromiale Steroidinjektion bei starker Entzündung. |
| Realistische Erwartungen | Patientenpräferenz zum Training |
Ziele
Schmerz- und Entzündungsreduktion
Erhalt der Beweglichkeit
Vermeidung von Schonhaltungen
Maßnahmen
Armschlinge nur nach Bedarf (Tage, nicht Wochen)
Passive & assistive Bewegungen (Flexion, Abduktion, AR)
Pendelübungen
Scapula-Mobilisation
Kryotherapie, manuelle Therapie
Erlaubt
Alltagstätigkeiten unter Schulterhöhe
Schreiben, Essen, leichte Büroarbeit
Vermeiden
Überkopfbelastung
Krafttraining
Ziele
Wiedererlangen der vollen ROM
Wiederherstellung der scapulothorakalen Kontrolle
Maßnahmen
Aktive Bewegungen in allen Ebenen
Dehnungen (vordere Kette, dorsale Kapsel)
Isometrische Übungen Rotatorenmanschette
Scapula-Stabilisation (z. B. Serratus anterior, Trapezius)
Erlaubt
Alltagsbewegungen inkl. moderater Schulterhöhe
Leichte Haushaltsarbeiten
Vermeiden
Maximalkraft
Schnelle Überkopfbewegungen
Ziele
Kraftaufbau Rotatorenmanschette
Dynamische Schulterstabilität
Belastbarkeit im Alltag
Maßnahmen
Dynamische Kräftigung (Theraband, leichte Gewichte)
Exzentrisches Training
Propriozeption / Koordination
Funktionelle Bewegungsmuster
Erlaubt
Heben leichter–mittlerer Lasten
Sportliche Belastung unter Schulterhöhe
Ziele
Vollständige Belastbarkeit
Rückkehr zu Arbeit & Sport
Maßnahmen
Überkopfbelastungen progressiv
Sportartspezifisches Training
Plyometrische Elemente (bei Bedarf)
Erlaubt
Überkopfsport & schwere Arbeit bei Beschwerdefreiheit
Nach isolierter SAD entscheidet nicht die OP, sondern oft die Reha über den Erfolg.
Die Operation dauert ca. 40 Minuten, je nachdem ob Zusatzeingriffe nötig sind.
Bürotätigkeit: nach 1–2 Wochen
Leichte körperliche Arbeit: nach 4–6 Wochen
Schwere körperliche Arbeit / Überkopfbelastung: nach 3–4 Monaten
Sport (ohne Überkopf): ab 6–8 Wochen
Überkopfsport (z. B. Handball, Tennis): meist 3–6 Monate
Der Aufenthalt nach der Operation dauert meist 1-2 Tage.
Außerst seltene Komplikationen:
Physiotherapie: meist 6–12 Wochen
Arbeitsfähig: Büro 1–2 Wochen, körperlich 6–12 Wochen
Sportfähig: meist nach 8–12 Wochen, Überkopfsport bis 3–6 Monate
Zu lange Ruhigstellung
Zu frühe Überkopfbelastung
Fehlende Scapula-Kontrolle
Passives „Durchbewegen“ ohne aktives Training