Riss der Rotatorenmanschette | Naht der Rotatorenmanschette | Schulterschmerz

Riss der Rotatoren
manschette | Naht der Rotatorenmanschette | Schulterschmerz

Orthopädie 1010 wien | Rotatorenmanschette | Schulterschmerz

 

Ziel des Eingriffes ist die Wiederherstellung der Kontinuität der Rotatorenmanschette zur Verbesserung der Schulterfunktion und Reduktion der Schulterschmerzen

1. Gründe für eine Naht der Rotatoren
manschette

 

Symptomatische Rotatorenmanschettenruptur (Teil- oder Vollruptur)

 


 

Versagen konservativer Therapie (z. B. Physiotherapie, Injektionen)

 


 

Akute traumatische Ruptur bei jüngeren oder aktiven Patienten

 


 

2. Ziele der Rotatoren
manschettennaht

 

Schmerzlinderung

Beseitigung der starken oft nächtlichen Schulterschmerzen.

Wiederherstellung von Kraft und Beweglichkeit

Wichtig für das Drehen, Heben und Überkopfbewegungen des Armes

Stabilisierung des Schultergelenkes

Die Rotatorenmanschette zentriert den Oberarmkopf in der Gelenkspfanne

Vermeidung von Folgeschäden

Unbehandelte Riss können zur Muskeldegeneration, Sehnenrückzug und Arthrose führen

Rückkehr zu Alltag, Beruf und Sport

3. Operations
vorbereitung zur Rotatoren
manschettennaht

beachchair lagerung

Lagerung

Meist in Beach-Chair-Position (halbsitzend) oder Seitenlagerung

Anästhesie

Allgemeinanästhesie, häufig kombiniert mit interSkalenusblock zur Schmerzreduktion postoperativ.

Antiseptische Vorbereitung

und sterile Abdeckung des Operationsfeldes

4. Operatives Vorgehen bei der Rotatoren
manschettennaht

Rotatorenmanschette | Orthopäde 1010 Wien | Dr. Ewald Timmel

Arthroskopische Diagnostik

  • Einführung der Arthroskopkamera über den hinteren (posterioren) Zugang).

  • Inspektion des Glenohumeralgelenks und des Subakromialraums.

  • Beurteilung der Rupturform: partiell, vollständig, zurückgezogen, degenerativ, traumatisch.
rotatorenmanschette von dr. timmel von ortho-timmel.at

Darstellung und Mobilisierung der Sehnenstümpfe

  • Débridement von degeneriertem Gewebe.

 

  • Mobilisierung der rupturierten Sehne (meist Supraspinatus, ggf. Infraspinatus/Subscapularis).

 

  • Darstellung des Ansatzbereichs am Knochen (Tuberculum majus/minus humeri).

 

  • Glättung und Anfrischen des Footprints (Sehnenansatzstelle) zur Förderung der Knochen-Sehnen-Heilung.
rotatorenmanschette von dr. timmel von ortho-timmel.at

Naht und Refixation 

  • Verwendung von Fadenankern (Suture Anchors), die im Humeruskopf eingebracht werden. Die Sehne wird mit Fäden durchstochen und zur Knochenoberfläche zurückgeführt.
  • Single-Row-Technik: Eine Reihe von Ankern entlang des Footprints.
  • Double-Row-Technik: Zwei Reihen für breitere Kontaktfläche (höhere Stabilität).
  • Suture-Bridge-Technik: Verbindung beider Reihen
subakromiale dekompression von dr. timmel von ortho-timmel.at

Begleitmaßnahmen und Wundverschluss

  • Bei Bedarf: Akromioplastik oder Entfernung von Knochensporn am Acromion.
  • Behandlung begleitender Läsionen (z. B. Bizepssehnenpathologie)
  • Spülen, Entfernen der Instrumente.
  • Hautverschluss (Naht oder Klammern).
  • Steriler Verband.

Entscheidungskriterien für die Rotatorenmanschettennaht

Operative Naht empfohlenKonservative Therapie bevorzugt
Frische, traumatische, vollständige Ruptur

Kleine, partielle Rupturen

Jüngere, aktive Patient:innenÄltere, gering aktive Patient:innen
Gute SehnenqualitätFettige Degeneration, Retraktion
Deutlicher FunktionsverlustErhaltener Bewegungsumfang
Schmerzen trotz TherapieGute Schmerzbeherrschung konservativ

5. Rehabilitation und Nachbehandlung

Nach der Operation folgt eine gezielte Rehabilitationsphase. Diese ist entscheidend für den langfristigen Erfolg der Rotatorenmanschettennaht und der Wiederherstellung der Funktionalität des Gelenks.

Frühmobilisation:

Bereits wenige Stunden nach der Operation beginnen Patienten mit Hilfe von Physiotherapeuten, die Schulter zu bewegen, um die Flexibilität zu fördern und Komplikationen wie Thrombosen zu vermeiden. In den ersten Tagen wird mit Pendelbewegungen, Beugen und Strecken des Ellenbogens begonnen.

Physiotherapie

Eine gezielte Physiotherapie ist notwendig, um die Muskulatur rund um die  Schulter zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und die Belastung des Gelenks zu optimieren. Regelmäßige Übungen helfen, die Schulter nach der Operation wieder normal zu bewegen.

Schmerzkontrolle

Schmerzmedikamente werden in den ersten Tagen nach der Operation verabreicht, um die Erholung zu unterstützen und den Patienten so schmerzfrei wie möglich zu halten.

Nachbehandlungsschema Rotatorenmanschettennaht

ZeitablaufBewegungsausmaß
1.-3. Woche

passiv geführte Abuktion/ Adduktion: 90°/30°/0°

passiv geführte Flexion/ Extension: 90°/30°/0°

4.-6. Woche

passiv geführte Abduktion und Flexion frei

aktiv-assistive Abduktion und Flexion bis 90°

nach 6 Wochen

aktive Bewegung in alle Richtungen erlaubt
1.-6. Wochekeine Außenrotation und Innenrotation erlaubt
insgesamt 6 WochenGilchristverband

FAQ

Die Operation dauert ca. 1 1/2 Stunden, je nachdem wie groß der Defekt ist und welche Zusatzeingriffe nötig sind.

 Das Ziel ist die Muskelsehne so zu refixieren, dass sie wieder anheilt und eine dauerhaftes Ergebnis erreicht werden kann.

Der Aufenthalt nach der Operation dauert meist 2-4 Tage.

Außerst seltene Komplikationen:

  • Re-Ruptur der Naht
  • Bewegungseinschränkung / Schultersteife
  •  Infektion
  • Läsion des Nervus axillaris oder suprascapularis
  • Postoperative Schmerzen