AC- Gelenk | Arthrose Schultereckgelenk | Schulterschmerz

Orthopädie 1010 Wien | AC- Gelenksresektion | Schulterschmerz

 

Beim minimalinvasiven operativen Verfahren der Resektion des Akromioclavikulargelenkes wird ein kleiner Teil des äußeren Endes des Schlüsselbeines entfernt, um eine mechanische Reizung bei desolaten Gelenksflächen zu beseitigen.

Auch bei diesem Eingriff wird eine mechanische Einklemmung (Impingement) beseitigt, um Schmerzen zu reduzieren und die freie Beweglichkeit wieder herzustellen.

1. Gründe für die AC-GElenksresektion

Versagen der konservativen Therapie

  • Persistierende Schmerzen > 3–6 Monate

  • Erfolglos trotz:

    Physiotherapie, NSAR /Analgetika, Infiltrationen (Lokalanästhetikum ± Kortison), Aktivitätsanpassung


 

Symptomatische AC-Gelenksarthrose

  • Belastungs- und Nachtschmerz

  • Druckschmerz direkt über dem AC-Gelenk

  • Schmerzen bei Horizontaladduktion (Cross-Body-Test)

  • Bildgebung: Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten, subchondrale Sklerose


 

Posttraumatische Veränderungen

  • Zustand nach AC-Gelenksprengung (Rockwood I–III konservativ behandelt)

  • Fehlheilung, Instabilität oder Arthrose

  • Chronische lokale Schmerzen trotz stabiler Bandverhältnisse

Distale Klavikulaosteolyse

  • Häufig bei Kraftsportlern / Überkopfbelastung

  • Mikrotraumata → Knochenabbau am lateralen Klavikulaende

  • Typisch: belastungsabhängige, punktuelle AC-Schmerzen


2. Ziel der AC- Gelenksresektion

  • Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung durch Entfernung des lateralen Klavikulaendes (meist 5-10 mm), um den schmerzhaften Knochenkontakt im AC-Gelenk zu beseitigen – bei Erhalt der Gelenkstabilität.

  • Entfernung entzündlicher und fibrotischer Strukturen,

3. Vorbereitung zur arthroskopischen AC- Gelenksresektion

beachchair lagerung

Lagerung

In Beach-chair-Position (Halbsitzend) oder Seitenlagerung.

Arm in leichter Abduktion und Innenrotation fixiert.

Anästhesie

Allgemeinanästhesie, häufig kombiniert mit interSkalenusblock (regionale Anästhesie)zur Schmerzreduktion postoperativ.

Antiseptische Vorbereitung

und sterile Abdeckung des Operationsfeldes

4. Operatives Vorgehen bei AC- Gelenkresektion

Schleimbeutel Schulter | Orthopäde 1010 | Dr. Ewald Timmel

Zugang

  • Einführung der Arthroskopkamera über den hinteren (posterioren) Zugang. Anlage eines weiteren vorderen (anterioren) Portales.

  • Inspektion des Glenohumeralgelenks und des Subakromialraums, des Schleimbeutel und der Rotatorenmanschette

ac gelenkresektion von dr. timmel von ortho-timmel.at

Darstellung des AC- Gelenkes

  • Abtragen von Bursa und Weichteilen über dem AC-Gelenk

 

  • Schonung der Kapsel und der coracoclaviculären Bänder (wichtig für Stabilität!)

Abtragen der lateralen Clavikula

  • Abtragung von ca. 5-10 mm des lateralen Klavikulaendes

  • Instrumente:  motorisierte Shaver

  • Kontrolle: ausreichender Spalt ohne Knochenkontakt bei Bewegung

subakromiale dekompression von dr. timmel von ortho-timmel.at

Begleitmaßnahmen und Wundverschluss

  • Hautverschluss (Naht oder Klammern).
  • Steriler Verband

Entscheidungskriterien für die AC- Gelenksresektion

KriteriumSpricht eher für konservative TherapieSpricht eher für AC-Gelenksresektion
Beschwerdedauerneu/kurz: < 6–12 Wochenanhaltend: > 3–6 Monate trotz Therapie
Schmerzintensität & Verlaufmild–moderat, fluktuierend, bessert sichdeutlich, rezidivierend oder konstant, ggf. Nachtschmerz
Funktion/AlltagAlltag/Sport nur leicht eingeschränktrelevante Einschränkung (Überkopf, Cross-Body, Tragen, Sport/Job)
Schmerzlokalisationunspezifisch, diffus Schulterpunktuell über dem AC-Gelenk (Druckschmerz direkt am Gelenk)
Klinische Testskeine klare ProvokationCross-Body-Adduktion (Scarf), O’Brien (AC-Variante), Paxinos etc. klar positiv
Diagnostische Infiltration ins AC-Gelenkkeine/geringe Besserung → Schmerzquelle unklardeutliche, reproduzierbare Schmerzlinderung → AC als Hauptgenerator
Bildgebung (Röntgen/MRT/US)Befund passt nicht zur Klinik / ZufallsbefundArthrose/Osteophyten/Osteolyse + klinische Korrelation
Begleiterkrankungen (RM-Läsion, Impingement etc.)Hauptproblem liegt woanders und erklärt SymptomeAC-Gelenk ist klinisch relevant (z. B. schmerzhaftes AC bei geplanter RM-OP)
Therapieansprechen (Physio, NSAR, Aktivitätsmodifikation)klare BesserungTherapieversagen: Physio + Medikation + Aktivitätsanpassung ohne nachhaltigen Effekt
Injektionen1–2 Infiltrationen helfen längerfristignur kurzfristige Linderung oder wiederkehrender Bedarf
BelastungsprofilBelastung reduzierbar/pausierbar (z. B. Krafttraining)unvermeidbare Belastung (Beruf/Sport) und persistierende Beschwerden
Patientenziel / Erwartungakzeptiert stufenweise Reha, Geduldwünscht definitive Lösung nach ausgeschöpfter konservativer Therapie (realistische Erwartungen)
Red Flags / AlternativdiagnosenVerdacht auf andere Ursache (z. B. Zervikal, Instabilität, Entzündung)AC-Schmerz klar isolierbar; andere Ursachen ausgeschlossen/mitbehandelt
OP-Risiko/NutzenNutzen unklar, Schmerzquelle nicht gesichertNutzen plausibel, Schmerzquelle gesichert, funktionelles Defizit relevant
Kriterium Spricht eher für konservative Therapie Spricht eher für AC-Gelenkresektion

Beschwerdedauer

neu/kurz: < 6-12 Wochen

anhaltend: 3-6 Monate trotz Therapie

Schmerzintensität & Verlauf

mild-moderat, fluktuierend, bessert sich

deutlich, rezidivierend oder konstant, ggf. Nachtschmerz

Funktion/Alltag

Alltag/Sport nur gering eingschränkt

relevante Einschränkung (Überkopf, Cross-Body, Tragen, Sport/Job)

Schmerzlokalisation

unspezifisch, diffus Schulter

punktuell über dem AC-Gelenk (Druckschmerz direkt am Gelenk)

Klinische Tests

keine klare Provokation

Cross-Body-Adduktion, O´Brien (AC-Variante), Paxinos klar positiv

Diagnostische Infiltration ins AC-Gelenk

keine/geringe Besserung → Schmerzquelle unklar

deutliche, reproduzierbare Schmerzlinderung → AC als Hauptgenerator

Bildgebung (Röntgen/MRT/US)

Befund passt nicht zur Klinik / Zufallsbefund

Arthrose/Osteophyten/Osteolyse + klinische Korrelation

Begleiterkrankungen (RM-Läsion, Impingement etc.)

Hauptproblem liegt woanders und erklärt Symptome

AC-Gelenk ist klinisch relevant (z.B. schmerzhaftes AC bei geplanter RM-OP)

Therapieansprechen (Physio, NSAR, Aktivitätsmodifikation)

klare Besserung

Therapieversagen: Physio + Medikation + Aktivitätsanpassung ohne nachhaltigen Effekt

Injektionen

1-2 Infiltrationen helfen längerfristig

nur kurzfristige Linderung oder wiederkehrender Bedarf

Belastungsprofil

Belastung reduzierbar/pausierbar (z.B. Krafttraining)

unvermeidbare Belastung (Beruf/Sport) und persistierende Beschwerden

Patientenziel / Erwartung

akzeptiert stufenweise Reha, Geduld

wünscht definitive Lösung nach ausgeschöpfter konservativer Therapie (realistische Erwartungen)

Red Flags / Alternativdiagnosen

Verdacht auf andere Ursache (z.B. Zervikal, Instabilität, Entzündung)

AC – Schmerz klar isolierbar; andere Ursachen ausgeschlossen/mitbehandelt

OP-Risiko/Nutzen

Nutzen unklar, Schmerzquelle nicht gesichert

Nutzen plausibel, Schmerzquelle gesichert, funktionelles Defizit relevant

5. Rehabilitation und Nachbehandlung bei AC- Gelenkresektion

 

Phase 1: Frühphase (0–2 Wochen)

Ziele

  • Schmerz- und Schwellungsreduktion

  • Erhalt der Beweglichkeit

  • Vermeidung von Schonhaltung

Maßnahmen

  • Schlinge nur kurzzeitig nach Bedarf (meist wenige Tage)

  • Passive & aktiv-assistive Bewegungen:

    • Flexion / Abduktion bis Schmerzgrenze

    • Außenrotation in Neutralstellung

  • Pendelübungen

  • Skapula-Setting

  • Kryotherapie

Vermeiden

  • Schwere Lasten

  • Stützbewegungen

  • Endgradige Horizontaladduktion


 

Phase 2: Aufbauphase (2–6 Wochen)

Ziele

  • Volle Beweglichkeit

  • Wiederherstellung der Muskelkontrolle

Maßnahmen

  • Aktive Bewegungen in allen Ebenen

  • Kräftigung:

    • Rotatorenmanschette (isometrisch → dynamisch)

    • Skapulastabilisatoren (Serratus anterior, Trapezius)

  • Propriozeption

  • Leichte Alltagsbelastung

Vermeiden

  • Maximale Druckbelastung aufs AC-Gelenk

  • Bankdrücken, Liegestütze, Dips


 

Phase 3: Funktionsphase (6–12 Wochen)

Ziele

  • Kraftaufbau

  • Belastungsstabilität

  • Sport- und Arbeitsfähigkeit

Maßnahmen

  • Progressiver Kraftaufbau

  • Überkopfbewegungen

  • Koordinations- und Plyometrieübungen (sportartspezifisch)

  • Belastungssimulation Beruf/Sport


 

Phase 4: Rückkehr zu Sport & Arbeit (ab 10–12 Wochen)

  • Kontaktsport / Kraftsport: nach 10–12 Wochen

  • Maximalkraft & Stoßbelastung nur bei:

    • Voller Beweglichkeit

    • Symmetrischer Kraft

    • Schmerzfreiheit

„Nach AC-Gelenksresektion: früh bewegen, Druck vermeiden, Kraft graduell steigern.“

FAQ

Die Operation dauert ca. 40 Minuten, je nachdem ob Zusatzeingriffe nötig sind.

AktivitätZeitpunkt
Alltagsaktivitäten1–2 Wochen
Autofahrenca. 2 Wochen
Büroarbeit1–2 Wochen
Körperliche Arbeit6–8 Wochen
Sport (belastend)10–12 Wochen

Der Aufenthalt nach der Operation dauert meist 1-2 Tage.

Außerst seltene Komplikationen:

  • Bewegungseinschränkung / Schultersteife
  •  Infektion
  • Postoperative Schmerzen
  • Zunehmender lokaler AC-Schmerz
  • Gefühl der Instabilität
  • Belastungsschmerz bei Horizontaladduktion